Kapelle Lauperath
Historische Kapelle wird für die Zukunft gesichert
Die Sanierung der kleinen Kulturkapelle im Eifeldorf Lauperath bei Waxweiler macht beeindruckende Fortschritte. Der alte Chorturm wurde gesichert, ein neues Gewölbe und eine moderne Klimatisierung sind geplant. Die Kirchengemeinde Westeifel St. Willibrord hofft auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung.
Lauperath/Waxweiler. Die Sanierung der historischen Kapelle der heiligen drei Jungfrauen Fides, Spes
und Caritas schreitet mit großen Schritten voran. Was zunächst als notwendige Rettungsmaßnahme begann, entwickelt sich zunehmend zu einem Gemeinschaftsprojekt für die gesamte Region. Die bisherigen Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie historische Bausubstanz bewahrt und zugleich für die Zukunft gesichert werden kann.
und Caritas schreitet mit großen Schritten voran. Was zunächst als notwendige Rettungsmaßnahme begann, entwickelt sich zunehmend zu einem Gemeinschaftsprojekt für die gesamte Region. Die bisherigen Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie historische Bausubstanz bewahrt und zugleich für die Zukunft gesichert werden kann.Bei einem Baustellenbesuch verschaffte sich Bistumsarchitekt Marcell Hürtgen einen persönlichen Eindruck vom Stand der Arbeiten. Sein Fazit fällt eindeutig aus: „Das Ergebnis der bisherigen Maßnahmen ist beeindruckend und lässt den ursprünglichen Charakter des Bauwerks wieder sichtbar werden. Im Inneren des Turmes wurde das historische Mauergefüge mit großer Sorgfalt wiederhergestellt. Man erkennt bereits jetzt, welch bedeutendes Baudenkmal hier für kommende Generationen erhalten wird.“
Besonders spannend sind die Erkenntnisse, die während der Arbeiten gewonnen wurden. Nach Einschätzung der Fachleute weisen Material, Mauerwerksstruktur und die Zusammensetzung des historischen Kalkmörtels darauf hin, dass große Teile des Chorturms möglicherweise bis in die spätgotische Bauzeit zurückreichen. Damit bestätigt sich die herausragende Bedeutung des Turms als ältester erhalten gebliebener Bauteil der Kirche. Stein für Stein werden dabei Zeugnisse einer jahrhundertealten Baugeschichte sichtbar.
Schwierige statische Probleme machen bauliche Veränderungen notwendig
Im Zuge der Untersuchungen wurde deutlich, dass das historische Chorgewölbe bereits seit Jahrhunderten unter erheblichen statischen Belastungen stand. Die ungewöhnlich flache Konstruktion führte dazu, dass starke horizontale Kräfte auf die Turmwände wirkten. Die Folgen waren gravierend: Das Mauerwerk bewegte sich langsam nach außen, während sich der Scheitel des Gewölbes im Laufe der Jahrhunderte um mehr als 20 Zentimeter absenkte. Selbst frühere Sicherungsmaßnahmen konnten die Entwicklung nicht dauerhaft aufhalten.Nach intensiver Prüfung entschieden sich die Verantwortlichen um Pfarrer Georg Josef Müller mit der kirchlichen Denkmalbehörde für einen außergewöhnlichen Schritt: Das nicht mehr wirtschaftlich sanierbare Steingewölbe wird zurückgebaut. An seiner Stelle wird nun zur Verringerung der horizontalen Schubkräfte ein sogenanntes Putzträger-Gewölbe in der bisherigen Korbbogenform eingebaut, das den historischen Raumeindruck bewahrt und gleichzeitig den heutigen statischen Anforderungen entspricht.
Auch Architekt Michael Stoffel aus Dreis bei Wittlich zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden: „Die Arbeiten gehen gut voran. Die Auflagertaschen für die Stahlträger sind fertiggestellt. Aktuell werden die notwendigen Kernbohrungen für die Zuganker und Ankerplatten hergestellt. Die Stahlträger sind bereits eingebaut worden.“ Anschließend folgen weitere Bauabschnitte wie die Montage des neuen Glockenstuhls mit den alten Glocken.
Moderne Technik schützt das historische Gebäude
Bereits erfolgreich abgeschlossen wurde der erste Bauabschnitt mit der Neueindeckung des Kirchenschiffs und der Reparatur der Turmdeckung. Auch die laufenden Arbeiten zur Sicherung des Turmschaftes bewegen sich innerhalb des genehmigten Zeit- und Kostenrahmens. Die Kirchengemeinde dankt an dieser Stelle allen Förderern, insbesondere dem Bistum, Land und Bund sowie allen weiteren Institutionen und privaten Spendern.Ein weiterer Meilenstein ist die geplante Installation einer modernen Klimatruhenheizung. Das speziell für historische Kirchenräume entwickelte System soll künftig nicht nur für eine moderate Temperierung sorgen, sondern vor allem die Luftfeuchtigkeit regulieren. Gerade dieser Aspekt ist für den langfristigen Erhalt historischer Bausubstanz von großer Bedeutung. Die Kirche bleibt damit auch künftig ein Ort für Gottesdienste, Konzerte, Vorträge, kulturelle Veranstaltungen und Begegnungen.
Noch viel Arbeit – und Hilfe wird gebraucht
Trotz aller Fortschritte müssen noch geschädigte Putzflächen saniert, ein denkmalgerechter Kalkanstrich ausgeführt und der wertvolle barocke Hochaltar gereinigt sowie wiederaufgestellt werden. Für einen Teil dieser Arbeiten stehen bislang nicht ausreichend Fördermittel zur Verfügung. Deshalb richtet die Kirchengemeinde einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung, Handwerksbetriebe und Förderer der Region. Gesucht werden Spenderinnen und Spender ebenso wie fachkundige Helfer. Besonders Malerbetriebe, Handwerker und engagierte Ehrenamtliche können einen wertvollen Beitrag leisten. Die Verantwortlichen wünschen sich, dass noch mehr Menschen die Sanierung als ihr eigenes Projekt begreifen. Die Kirche ist nicht nur ein Gotteshaus. Sie ist ein Stück Heimatgeschichte, ein kultureller Mittelpunkt und ein Wahrzeichen der Region. Ihre Rettung gelingt nur, wenn viele Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wer die Baustelle besucht, erkennt schnell: Hier wird nicht nur ein Gebäude saniert. Hier wird ein bedeutendes Stück regionaler Identität für kommende Generationen bewah
Info
Spendeneinzahlungen sind möglich auf das Konto DE88 5865 0030 0008 0927 69 der Katholischen Kirchengemeinde Westeifel St. Willibrord mit dem Verwendungszweck „Kulturkapelle Lauperath“. Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden. Weitere Informationen erteilt das Katholische Pfarramt in Waxweiler unter Telefon 06554-313.
Fotos: Michael Fischer/Pfarrei